Erstsprachenunterricht (ESU)

Warum ist Erstsprachenunterricht so wichtig?

Unsere Gesellschaft ist vielfältig und mehrsprachig und wird es immer mehr.
Der Erhalt und Ausbau von mehrsprachiger Kompetenzen ist daher wichtiger denn je.
Wussten Sie, dass verbesserte Kompetenzen in der Herkunftssprache auch gleichzeitig den Erwerb der „neuen“ Sprache Deutsch besonders unterstützt?
Sicherheit im Umgang mit der Herkunftssprache bildet also die beste Grundlage für den Erwerb jeder weiteren Sprache.

Mindestens genauso wichtig sollte uns sein, Kinder und Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte besonders zu stärken und ihnen die gleichen Bildungschancen wie allen anderen zu bieten.
Hier kann das Angebot von herkunftssprachlichen Unterricht einen ganz wichtigen Beitrag leisten, denn es stärkt die jungen Menschen in ihrer Selbstwahrnehmung und unterstützt sie bei der kulturellen Verankerung, indem es die Wahrung der sprachlichen und kulturellen Traditionen ermöglicht.
Sich mit der eigenen Herkunft, Religion und Kultur in Deutschland in einem institutionellen Rahmen auszutauschen, diese zu hinterfragen und in Bezug zum eigenen Leben in Deutschland zu setzen, spielt eine wichtige Rolle insbesondere für Kinder und Jugendliche und hilft ihnen bei der Orientierung in einem neuen Umfeld.
Eine Familiensprache nicht mehr zu pflegen oder nicht (mehr) sicher verwenden zu können, kann den Kontakt zu weiteren Familienmitgliedern erschweren und die innerfamiliäre Bindung schwächen.

Ein herkunftssprachliches Unterrichtsangebot hat noch weitere Vorteile, denn in einer globalisierten Welt stellt jede vorhandene Sprache eine wichtige Ressource zur Verständigung dar.
Dass Mehrsprachigkeit bessere Berufschancen im internationalen Kontext ermöglicht, wird in der heutigen globalisierten Welt immer deutlicher und einleuchtender.
Durch Mehrsprachigkeit und Kenntnis verschiedener Kulturen ergeben sich neue Perspektiven, neue Bildungs- und Arbeitschancen.
Mehrsprachigkeit als bedeutende Kompetenz einzubringen, lohnt sich für die betreffenden Personen ebenso wie für die Gesellschaft.

Während viele Kinder zumindest noch mündlich sicher in ihrer Herkunftssprache kommunizieren können, fehlt ihnen häufig die Möglichkeit, ihre Sprache auch als Schriftsprache erwerben zu können und so einen wichtigen Zugang zu Kultur, Literatur, und Informationen über die eigene Kultur zu erhalten. Hier leistet der herkunftssprachliche Unterricht einen wichtigen Beitrag.
Obwohl die Bedeutung und die Vorteile eines herkunftssprachlichen Unterrichtsangebots auf der Hand liegen, bezeugen Studien die Diskriminierung z.B. Jugendlicher nichtdeutscher Herkunftssprache im Bildungs- und Ausbildungsbereich. Das macht die Wertschätzung und Förderung der unterschiedlichen Herkunftssprachen als wertvolle Ressource und Bereicherung umso wichtiger.

Trotz der Erkenntnis, wie wichtig herkunftssprachlicher Unterricht ist (s.u.), fehlt es aus unterschiedlichen Gründen wie personeller Kapazitäten an ausreichenden Angeboten an den Schulen.
Die Kurse im Bildungszentrum als sprachbildende Lernangebote über den Schulunterricht hinaus setzen hier an.
Die Referent:innen sind qualifizierte Pädagog:innen und erarbeiten das Curriculum mit fachlicher und pädagogischer Begleitung ihrer Ansprechpersonen aus dem Bildungszentrum.


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